500 Jubilare mit mehr als 20.000 Jahre gelebte Solidarität IG Metall Saarbrücken würdigt langjähriges Engagement ihrer Mitglieder

Die IG Metall Saarbrücken ehrte am Wochenende im Rahmen einer Festveranstaltung insgesamt 500 Mitglieder in diesem Jahr für ihre langjährige Zugehörigkeit zur Gewerkschaft.

v.l.n.r: Patrick Selzer, Ludwig Ochs, Walter Bickar, Thorsten Dellmann

29. August 2026 29. August 2026 v.l.n.r: Patrick Selzer, Ludwig Ochs, Walter Bickar, Thorsten Dellmann


Zusammen bringen die Jubilare mehr als 20.000 Jahre Mitgliedschaft in die Organisation ein und stehen damit beispielhaft für Jahrzehnte der Solidarität und des Engagements für die Interessen der Beschäftigten.

„Gerade in Zeiten großer gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Herausforderungen erfüllt es uns mit Stolz, so viele langjährige Mitglieder auszeichnen zu dürfen. Ihre Treue und ihr Einsatz haben die IG Metall über viele Jahrzehnte hinweg geprägt und gestärkt“, betont Patrick Selzer, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Saarbrücken.

Auch Thorsten Dellmann, Zweiter Bevollmächtigter der IG Metall Saarbrücken, würdigte die Verbundenheit der Jubilare: „Besonders beeindruckend ist die Ehrung von vier Mitgliedern, die seit 75 Jahren der IG Metall angehören und einem Mitglied mit 80 Jahren Mitgliedschaft. Eine solche Dauer der Mitgliedschaft steht für ein außergewöhnliches Maß an Überzeugung, Zusammenhalt und Vertrauen in die Werte unserer Gewerkschaft.“

In seiner Festrede blickte Patrick Selzer auf die tiefgreifenden Veränderungen, mit denen Beschäftigte und Gewerkschaften in den vergangenen Jahrzehnten konfrontiert waren und auch künftig sein werden. Er verwies dabei insbesondere auf die Herausforderungen für die Industrie durch weltweiten Wettbewerbsdruck, technologische Umbrüche und wirtschaftliche Transformationsprozesse. 

Nach Ansicht der IG Metall müssen die politischen Rahmenbedingungen so gestaltet werden, dass industrielle Wertschöpfung und gute Arbeitsplätze langfristig gesichert werden können. Notwendig seien Maßnahmen, die den Erhalt von Industriearbeitsplätzen fördern und wirtschaftliche Zukunftsperspektiven schaffen.

Gleichzeitig sieht die IG Metall die Unternehmen in der Verantwortung. Investitionen in moderne Technologien, Forschung und Entwicklung sowie in die Qualifizierung der Beschäftigten seien entscheidende Voraussetzungen, um den Wandel erfolgreich zu gestalten. „Die Transformation kann nur gelingen, wenn die Menschen aktiv einbezogen werden. Wir setzen uns für einen Wandel ein, der soziale Gerechtigkeit, ökologische Verantwortung und demokratische Mitbestimmung miteinander verbindet“, erklärte Selzer.

Neben den Herausforderungen der industriellen Transformation thematisierte Selzer auch den zunehmenden Druck auf die sozialen Sicherungssysteme. „Sicherlich stehen die öffentlichen Haushalte vor große Aufgaben. Aber es ist und bleibt inakzeptabel, dass Mittelverschwendung nicht eingedämmt und Vermögen in unserem Land verschont bleibt, während die Leistungsträger dieser Gesellschaft nach jahrzehntelanger Arbeit noch bestraft werden sollen. Die Menschen sind nicht bereit diese bodenlose Ungerechtigkeit hinzunehmen. Darüber hinaus sind die verblockte Altersteilzeit, der Rentenzugang für langjährige Versicherte ohne Abschläge ein elementarer Bestandteil des Strukturwandels in unserer Industrie.“

Der Sozialstaat habe über Generationen hinweg wesentlich dazu beigetragen, gesellschaftlichen Zusammenhalt und Sicherheit zu gewährleisten. Er ermögliche Menschen auch in schwierigen Lebenslagen soziale Teilhabe und biete Schutz vor Ausgrenzung und Unsicherheit. Aus Sicht der IG Metall bleibt die Stärkung dieser solidarischen Strukturen eine zentrale Voraussetzung für eine stabile und demokratische Gesellschaft. 

„Mit Scheinargumenten an der Realität vorbei,“ so bezeichnete Patrick Selzer die vom Bundestag getroffene Entscheidung im Zuge der Gesundheitsreform und dem Zusatzbeitrag zur Familienversicherung. Es fehlt an ausreichenden und passenden Betreuungsangeboten, sowie an der Bereitschaft vieler Arbeitgeber Teilzeitarbeitsverhältnisse anzubieten, die zu diesen Rahmenbedingungen und Lebenssituationen passen.“

Mit der Ehrung ihrer langjährigen Mitglieder setzt die IG Metall Saarbrücken zugleich ein Zeichen für Zusammenhalt, Solidarität und das gemeinsame Eintreten für gute Arbeits- und Lebensbedingungen.

Als Gäste der Veranstaltungen im Bildungszentrum der Arbeitskammer in Kirkel nahmen u.a. der stellvertretende Bezirksvorsitzende des DGB-Bezirks Rheinland-Pfalz/Saarland Timo Ahr, der Geschäftsführer des INFO-Instituts Sven Kischewski sowie der Hauptgeschäftsführer der Arbeitskammer des Saarlandes Thomas Otto, teil.